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Ein Gefühl, als hättest du beim CHIO gewonnen!

Was motiviert ein Pferd?

Internet & Pferde-Magazine sind immer wieder voll mit Tipps wie man Pferde im Training motivieren kann. Aber woher kommt der Bedarf nach mehr mentaler Unterstützung für unsere Pferde? Ist das tägliche Training für sie, wie für uns der Weg in die Schule oder ins Büro?

Wenn wir reitet, dann tun wir das was wir am meisten lieben. Und die Vorstellung, dass mein Pferd keinen Bock auf genau das hat, verletzt mich tatsächlich etwas. Also will ich dass er ebenso viel Spaß daran hat wie ich. Nun würden die meisten Reiter von ihren Pferden behaupten, dass sie einfach ein bestimmter Charakter-Typ sind: Vollzeitstute, Streber, Klassen-Clown, Musterschüler, Rakete, Professor oder Faultier? Der Eine „will immer gefallen“, der Andere „will lieber wieder auf die Wiese. Immer“. Sicher hat jedes Pferd eine andere Veranlagung, rassetypisch bedingt oder durch das Exterieur in die Wiege gelegt. Aber kann man die Bereitschaft Mitzuarbeiten wirklich gar nicht beeinflussen?  

Habe ich ein triebiges Pferd?

Nero ist scheinbar ein eher triebiges Pferd. Er dreht gern gemächlich seine Runden um den Platz, Kopf tief und die Hinterhand kommt schon irgendwie mit. Um ihn zu motivieren muss ich immer volle Geschütze auffahren: Stimme, Lob, kurze Reprisen & immer wieder Abwechslung. „Der ist halt so“, sage ich zu meiner Trainerin & ein bisschen auch zu mir selber. Denn ich sehe Pferde die mit so viel Engagement bei ihrem Reiter sind & scheinbar alles für sie tun würden & sehe dann meinen Tagträumer & frage mich, warum es uns so schwer fällt.

Aber was muss ich machen, damit mein Pferd motiviert ist & bleibt, egal welchen Charakter es mitbringt? In erster Linie muss sich mein Pferd wohlfühlen. In seiner Umgebung, unter dem Sattel & vor allem mit mir. Denn warum sollte meinem Pferd die „Arbeit“ Spaß machen, wenn ich selbst nicht voll bei der Sache bin? Unter der Woche ist die Zeit am Stall meist durchgeplant. Unterricht um 18 Uhr, Stall machen, Futter vorbereiten & ach ja, was muss ich nachher noch kochen? Schnell ertappe ich mich dabei abgelenkt zu sein oder komme bereits gestresst am Stall an. Nero ist deutlich mehr bei mir, wenn ich mit meinen Gedanken auch nur bei ihm bin. Eigentlich auch plausibel, oder? Wenn ich versuche zu fühlen & mich voll auf meinen Sitz & die kommende Lektion zu konzentrieren, dann ist Nero voll da. Dann ist er dieses hochmotivierte Pferd, was fein an den Hilfen steht & mit seinem Reiter über den Platz schwebt. Hierbei spielt mein Sitz eine deutlich größere Rolle als ich gedacht hatte #fitfürspferd. Denn sobald ich in mein altes Muster zurückfalle oder abgelenkt bin, überträgt sich das sofort auf ihn. Und zwar direkt, da verzeiht er keine Fehler. Also heißt es doch wieder kurze Reprisen reiten. Nicht damit Nero bei Laune bleibt, sondern damit ich mich wieder sammeln kann & wieder die richtige Haltung annehmen. Innerlich & Äußerlich. 

Wie bleibt mein Pferd denn nun motiviert?

Motivation zeigt sich bei jedem Pferd anders & der Schlüssel dazu, ist jedes Mal ein anderer. Aber ich glaube, dass man jedes Pferd dazu motivieren kann, all seine Leidenschaft in die Zusammenarbeit zu stecken! Mitarbeit ist nicht vollständig abhängig von Abstammung, Exterieur, Alter oder Geschlecht. Natürlich sind wir nicht jeden Tag für Höchstleistungen bereit. Aber dafür gibt es ja Faulenzer-Tage, an denen man einfach die Zeit mit dem Pferd genießt & die Seele baumeln lässt. Außerdem finde ich wichtig, dass wir aufmerksam sind für den Charakter-Typen unserer Pferde und überlegen welche Art von Training ihnen am meisten liegt. Manche Pferden mögen eher schnelle, abwechslungsreiche Arbeit, andere brauchen Routine & Ruhe um runter zu kommen und ihre Energie besser zu zügeln.

„If you do what you love, you will never have to work“ – gilt das auch für Pferde?

Dem Pferd das richtige Gefühl vermitteln

Entscheidend sind also Aufmerksamkeit & Einfühlungsvermögen. Aber der für mich wichtigste Faktor ist die Belohnung. Nicht etwa mit unendlich vielen Leckerlis. Sondern meine Pferd Spaß vermitteln & das Gefühl der allerbeste Beste für mich zu sein! Bei einem offenen Training mit Ingrid Klimke, sagte diese zu den Zuschauern: „Ich gebe meinen Pferden dann das Gefühl, als hätten sie gerade in Aachen gewonnen“, den Satz werde ich nie vergessen! Ganz gleich ob es einer dieser perfekten Wow-Momente ist in denen alles passt oder ob es einfach nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung einer neuen Aufgabe ist. In solchen Momenten könnte ich platzen vor Glück & dann gibt es für mich kein perfekteres Pferd auf der Welt – & genau dass sollten wir unsere Pferde spüren lassen: Pure, ehrliche Begeisterung für das was wir machen. Was motiviert einen mehr als Freude an etwas zu haben.

Wie würdet ihr die Einstellung & den Charakter-Typ eurer Pferde beschreiben & was tut ihr um sie bei Laune zu halten?

With love,
Angi

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Angelique

Dressurreiterin ohne Plan, aber mit viel Liebe auf der Suche nach dem „richtigen" Weg ins große Viereck. Dabei nicht zu scheu über den Tellerrand hinauszudenken

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